Tierkrankenversicherung – ja oder nein?

Mancheiner hat es vielleicht schon mitbekommen: Die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte), welche die Vergütung tierärztlicher Leistungen regelt, wird angepasst. Die Anpassung tritt mit dem 22. November 2022 in Kraft.

Die GOT wurde bereits im Jahr 2017 angepasst. Die Leistungen wurden damals pauschal um 12% teurer. Die aktuelle GOT-Novelle ist hingegen umfassender: Es werden neuere Untersuchungsverfahren wie etwa das interorale Röntgen (digitales Dentalröntgen), Computertomografie etc. mit in den Leistungskatalog aufgenommen. Ferner werden die gestiegenen Praxiskosten berücksichtigt, welche u.a. die Ausstattung, Personal, Kosten für Fortbildungen und Energie umfassen.

Die gesetzliche GOT dient der Transparenz. Dem Tierhalter ist eine Rechnung mitzugeben, auf welcher jede Leistung die zugehörige Nummer des Leistungsverzeichnisses (GOT) hinzugefügt werden muss. So kann man als Tierhalter die Abrechung genauer durchblicken. Die GOT ist online als PDF verfügbar.

Was bedeutet das alles nun konkret für mich als Tierhalter?

Ganz kurz gesagt: Es wird teurer. Und auch für den Tierschutz.

Ein Beispiel: Die allgemeine Untersuchung von Katzen wird sich in der einfachsten Variante (1-facher Satz nach GOT) von 8,98€ auf 23,62€ verteuern, Hundehalter zahlen dieselbe Summe statt ehemals 13,47€. Hinzukommen 19% Mehrwertsteuer.

Andere Behandlungen, wie etwa Röntgen werden hingegen etwas günstiger. Es ist allerdings zu beachten, dass die GOT je nach Schwierigkeitsgrad der Verrichtung eine Staffelung vom 1- bis 4-fachen Satz vorsieht.

Was kann ich als Tierhalter tun?

Tierhalter sollten sich ernsthaft mit dem Thema Tierkrankenversicherung auseinandersetzen. Mag die einfache Untersuchung plus Impfung noch machbar sein, wird es – nicht nur nach Inkrafttreten der neuen GOT – richtig teuer, wenn Diagnostik (Blutbild, Röntgen, Ultraschall, MRT, CT) und auch Operationen hinzukommen. Wir erleben es seit geraumer Zeit leider häufig, dass sich Tierhalter an die Katzenhilfe wenden, weil ihr Freigänger angefahren wurde und die Versorgung eines Bruches über 1000,-€ kostet. Unser Verein und auch alle anderen Tierschutzorganisationen können das nicht so einfach mal eben übernehmen, da die monatlichen Kosten so schon hoch sind.

Ebenso fallen alte Tiere schnell ins Geld. Schilddrüsenmedikamente, Nierenmedikamente, Herztabletten, regelmäßige Kontrollen und Blutbilder (nötig für die korrekte Einstellung auf Medikamente) summieren sich schnell. Wenn dann noch die Zähne hinzukommen, sind schnell 500,-€ oder mehr zu zahlen.

Eine Tierkrankenversicherung oder, als abgespeckte Varianate, eine OP-Versicherung sind gerade mit Blick auf die neue GOT wirklich ratsam!

Quelle: Die Tieraerztin – Tierarztpraxis Grelck, basierend auf der Grafik von @thefriendlyvet. https://bit.ly/3Scoap7

Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter für solche Versicherungen. Bitte informieren Sie sich gründlich. Wichtige zu bedenkende Aspekte sind:

  • Wird auch der Höchstsatz der GOT abgerechnet? (Wichtig für Besuche im Notdienst!)
  • Sind Zahnsanierungen sowie FORL Operationen beinhaltet?
  • Gibt es Selbstbehalt?
  • Was wird nicht übernommen bzw. ist grundsätzlich ausgeschlossen?

Ein sehr eindringlicher Beitrag zum Thema Tierkrankenversicherung findet sich auf der Seite der “Furry Tail Fosters”, einen kleinen Katzenschutzverein aus dem Kölner Raum. Bitte auch die Kommentare lesen, da es dort auch im Schwierigkeiten mit der ein oder anderen Versicherung geht.

Hier entlang zum Beitrag der “Furry Tail Fosters”.

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