Happy End für Elli

Hallo mein Name ist Elli und wie ihr gut sehen könnt, fällt gleich auf, dass ich nur ein Auge habe. Dies habe ich verloren, weil ich Katzenschnupfen hatte.

Ich wurde auf einem Bauernhof geboren, meine Mutter schien eine Streunerin zu sein. Zumindest spricht alles dafür, denn gefunden wurde ich in der Nähe mehrerer Bauernhöfe. Und wie ich gehört habe, haben diese Streuner ein hartes Leben.

Mein Leben fing zumindest nicht leicht an.

Ich wurde Mitte Juli 2022 gefunden und war gerade so groß wie Kitten sind, wenn sie die Welt beginnen zu erkunden. Zu diesem Zeitpunkt tat mir mein linkes Auge ganz doll weh. Ich putzte es immer wieder mit meiner linken Pfote, aber es half nichts. Eher im Gegenteil, denn mein Pfötchen wurde sogar dadurch sehr wund.

An einem Tag schien die Sonne und ich trotte die Straße entlang, als ich ein Geräusch hörte. Ich kannte es schon. Die Dinger nennen sich Auto und man sollte vorsichtig damit sein, da diese einen töten können. Also ging ich ins Gras zur Seite.

Das Auto hielt und eine Frau stieg aus. Ich kannte sie nicht und machte mich immer kleiner, als sie langsam auf mich zukam. Ich ging weg, aber schnell war ich nicht, da ich so dünn war. Plötzlich roch ich etwas Leckeres. Ich hatte solch einen Hunger und ging etwas auf die Frau zu. Sie hatte richtig leckeres Futter dabei und ich futterte schnell alles weg.

Ich war so zufrieden, dass mich die Frau auf dem Arm nehmen durfte und auf mal saß ich in so einer kleinen Kiste und fuhr in einem Auto. Ich war ganz still, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte.

Irgendwann blieb das Auto stehen und die Frau trug mich in der Kiste in ein Gebäude, wie ich es auf den Bauerhöfen gesehen hatte. Sie trug mich in einen schönen hellen Raum mit einer größeren Kiste. Dort gab es Wasser und noch mehr Futter. Um das habe ich mich natürlich gleich gekümmert. Wäre ja schade, wenn es so liegen geblieben wäre.

Mit in der Kiste war so ein komisches krümmeliges Zeug. Da habe ich gleich Pipi rein gemacht. Das ging gut zum vergraben. Ich schlief dann erstmal ein und ich hörte die Frau von etwas wie Tierarzt reden. Was das war, sollte ich am nächsten Tag kennen lernen.

Am nächsten Morgen bekam ich wieder Futter von der Frau. Als sie vorsichtig in die Box griff, fauchte ich sie kurz an, aber als sie mein Köpfchen streichelte, war das so unglaublich schön, dass ich zu ihr raus kam und sie mit der Nase und meinem Köpfchen anstubste. Dabei machte ich wie wild Milchtritt.

Nun kam ich wieder in die kleine Box und fuhr wieder Auto. Dieses Mal waren da mehr Leute, wo ich hingefahren wurde und ein Mann mit weißem Mantel meinte zur Frau, dass ich mein Äuglein verlieren werde. Es war dreimal so groß, wie normal und der Eiter lief heraus. Auch meinte er, dass ich Schmerzen habe, aber weil ich das schon mein ganzes Leben von ca. 7 Wochen habe, würde ich nichts anderes kennen. Mit dieser Aussage konnte ich zunächst nichts anfangen.

Nun ging die Frau ohne mich weg und der Mann gab mir etwas, wodurch ich sehr müde wurde. Ab da kann ich mich an nichts mehr erinnern. Ich wachte irgendwann auf und da war die Frau wieder, die mich wieder in den Raum mit der großen Box fuhr. Sie schaute mich an und meinte, dass es richtig mies aussieht, mit den Fäden, wo einst mein Auge war. Man merkte, dass sie traurig war, dass man mein Äuglein nicht mehr retten konnte. Sie fuhr dann wieder zurück mit mir ins Haus.

Ich glaube, die Frau wohnt dort, da sie die kommenden Tage immer wieder rein zu mir kam, mir Futter brachte und etwas, was Medizin hieß. Ich mochte das nicht, aber mir geht’s besser. Ich glaube, das war es, was der Mann meinte, was „Schmerzen“ sind. Jetzt kennen ich den Unterschied. Ohne ist es wirklich viel besser. Ich freute mich, wenn die Frau kam und fing zu spielen an. Das war so toll. Auch juckte mein Fell nicht mehr und das Zeug, was die Frau „Würmer“ nannte, soll nun auch weg sein. Egal, ich merkte nur, dass ich von Tag zu Tag stärker wurde. Die Frau, die ich für mich wie eine Mama war, meinte, dass auch meine Krallen nicht mehr so weich waren, wie am Anfang. Ob sie das beim Spielen mit mir herausgefunden hat?

Nun kam auch öfters ein Mann herein. Der hatte Haare im Gesicht, die musste ich ihm gleich putzen, denn der Mann war auch sehr lieb zu mir. Er gab mir auch Futter, spielte und kuschelte mit mir. Da muss ich ihm ja was zurückgeben.

Nun hörte ich, wie sie mit einer „Katzenhilfe“ telefonierte. Ich hörte etwas wie „schwer zu vermitteln, da nur ein Auge“, „nur gesicherten Auslauf, was auch nicht leicht zu finden ist“. Ich glaube langsam immer mehr, dass Katzen, die keine Macken haben, es leichter hatten, ein Zuhause zu finden.

Leider merkte die Frau auch, dass ich draußen mehr Gefahren ausgesetzt bin. Beim Spielen verlor ich schnell mein Spielzeug buchstäblich aus den Augen oder erschreckte mich mal, weil ich etwas nicht gesehen hatte. Auch kam es mal vor, dass ich beim Spielen irgendwo gegen gelaufen war, weil ich es nicht so schnell gesehen hatte. Aber es störte mich nicht. Ich schnurrte vor Glück, weil es mir gut ging.

Irgendwann durfte ich dann den Rest des Hauses sehen. Ich war so aufgeregt, dass ich von einem Raum in den nächsten rannte.

Da lernte ich dann auch die anderen Katzen kennen, die dort schon wohnten. Die haben mich alle zunächst angefaucht, aber Mama (so nenne ich die Frau nun) meinte, dass ich ganz tapfer reagiert habe und nun spielt ab und zu auch mal eine Katze mit mir. Es wird also. Ich denke, dass ich sie mit nur einem Auge irritiere. Sie brauchen ihre Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Aber das Schönste ist nun, dass ich heute mitbekommen habe, dass ich hier für immer bleiben darf, denn meine Mama meinte, dass ich es hier am besten haben werde, mit weiteren Katzen und einem gesicherten Auslauf, indem ich bald gehen kann, sobald ich eine Impfung bekommen habe, was auch immer das sein mag.

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