Was “der Tierschutz” alles muss…

Man schaut ins Netz und liest:
Die Vereine interessiert ja wohl ein Notfall nicht. Das Geschrei der desinteressierten Vereine wird groß sein, wenn sich die eine Notfallkatze zu 50 Tieren vermehrt hat. Wenn die Jäger schießen. Man ist traurig und stutzig über das Desinteresse des Tierschutzes.
Die Melderin der Notfallkatze kann leider nicht helfen. Sie ist — berufstätig.
Berufstätig?
ES REICHT!!!!!!!
Fast alle mir bekannten Tierschützer sind berufstätig. Alle haben eigene, teils chronisch kranke Tiere, haben Familie und teils schwerst pflegebedürftige Angehörige. Und wir haben auch im Urlaub keine Ruhe: Die Webmasterin hat noch im Insel-Urlaub die tierärzliche Behandlung zweier sechs Wochen alter Katzenkinder am Festland organisiert, eine private Katzenhalterin, die sich per WhatsApp meldete mit herzkrankem Tier mit Tips unterstützt und die von der Festland-Tierarztpraxis auf dem Rückweg mitgenommenen Katzenkinder noch ehe sie richtig zuhause angekommen war, einer neuen Pflegstelle übergeben. Das alles, während unsere Chef-Vermittlerin auf dem Weg zur Intensivstation zu einem schwerst kranken Familienangehörigen war. Nachdem gestern Nacht bei ihr um 23:30 Uhr das Telefon ging, ob sie mal eine angefahrene Katze aus Bad Zwischenahn abholen könne.

 

Und dann müssen wir so einen, mit Verlaub, Scheiß lesen? Über die Arbeit des Tierschutz?

 

ES REICHT!!!!!! Und zwar sowas von.

 

Der folgende Text kursiert schon länger im Netz. Wir unterschreiben jedes einzelne Wort.

 

Was “der Tierschutz” alles muss…..

Der Tierschutz
muss rund um die Uhr erreichbar sein.”

Der Tierschutz
hat über ausreichend finanzielle Mittel zu verfügen, um überall zu helfen, und hat auch dafür da zu sein, die Tierarztrechnungen privater Personen zu begleichen, wenn diese nicht liquide sind und es darum geht ein Tier vor Leid zu bewahren.

Der Tierschutz”
muss unbegrenzt Platz zur Verfügung stellen, um alle Tiere welche Hilfe benötigen aufzunehmen.

Gerade in den sozialen Medien liest man in den einschlägigen Gruppen immer und immer wieder: Wendet euch an “den Tierschutz”.

So werden eigenständige, initiativ arbeitende Menschen zu einem gesichtslosen Individuum umfunktioniert, denn “der Tierschutz” ist offenbar für viele irgendeine global arbeitende Institution, die zu 100% die Pflicht hat unverzüglich rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr ohne Wenn und Aber zu springen, wenn der Bürger es so möchte.

Aber was ist dieser “Tierschutz” denn wirklich?

Der Tierschutz“, das sind Menschen, die mit viel Herzblut Arbeiten verrichten und Aufgaben übernehmen, von denen viele von jedem anderen auch übernommen werden könnten.

Einfacher ist es allerdings, verletzte Tiere nicht selbst von der Straße zu holen und zum Tierarzt zu bringen, Fundtiere nicht selber ins Tierheim zu fahren, Missstände in der Tierhaltung nicht selbst beim Veterinäramt zur Anzeige zu bringen und auch tote Tiere nicht selbst zu einem Tierarzt zu bringen, um auf Tattoo oder Chip kontrollieren zu lassen, sondern “den Tierschutz” zu rufen.

Der ist ja schließlich dafür da. Der ist aber nicht etwa deshalb dafür da, weil er dafür bezahlt wird, nein. Er ist dafür da, weil er sich den Tierschutz ja immerhin auf die Fahne geschrieben und dann gefälligst auch zu helfen hat. Und zwar auf Zuruf. Sofort. 24/7/365.

Dieser Tierschutz“, das sind ganz oft Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und die neben Job, Familie, Haushalt und eigenen Tieren dann auch noch Pflegetiere versorgen, Telefonate entgegennehmen und raus fahren, wenn irgendwer etwas gemeldet hat.
Selten sitzt “der Tierschutz” (der reale Tierschutz) den lieben langen Tag vorm PC oder dem Telefon und wartet, bis sich ein Einsatz jeglicher Art ergibt, damit man mal was zu tun hat.
Der Tierschutz” wird eigentlich von jedem irgendwann mal gebraucht, aber von wenigen tatsächlich zu schätzen gewusst.

Niemand interessiert es, wenn man sein eigenes Leben, seine eigenen Befindlichkeiten, seine eigenen Wünsche oftmals ganz hinten anstellen muss, um seiner Passion zu folgen und zu helfen, wo es nur geht.
Im Gegenteil, es wird gemeckert, wenn man mal nicht nachts um eins erreichbar ist oder nicht innerhalb von 24 Stunden zurückruft oder eine Nachricht beantwortet, obwohl deren Bearbeitung auch ohne weiteres noch ein paar Tage hätte warten können oder die Anfrage einfach nicht zum Aufgabengebiet der “Tierschützer” gehört.

Besonders heftig wird es, wenn man Anrufer tatsächlich auch mal bittet, gewisse Dinge selbst zu machen.

Es gibt viele Leute, die es nicht nachvollziehen können, dass man bei der Versorgung von unzähligen Tieren – darunter immer auch Intensivpatienten – nicht mehrfach raus fahren kann, um zu versuchen, ein Tier einzufangen und abzuholen.

Bitte man dann, das Tier, welches eh maunzend vor der Türe sitzt, kurz reinzuholen, damit auch gesichert ist, dass es, wenn man raus fährt, auch vor Ort ist, gibt es unzählige Antworten, die immer mit den Worten “Das geht nicht, weil…” beginnen.

Man hat selber eine Katze, die andere Katzen hasst.
Man hat einen Hund, der austickt, wenn eine Katze die Wohnung betritt.
Man hat Sorge, dass die Katze Flöhe haben könnte.
Man hat Angst, dass die Katze die eigenen Katzen vielleicht anstecken könnte.

Sagt man dann, dass man nicht die Kapazitäten hat, mehrfach am Tag vergebens raus zu fahren um dann vor Ort die Aussage “die Katze ist GERADE nicht da, sonst sitzt sie immer den GANZEN TAG vor der Türe” zu hören, wird man angegriffen, was für ein Tierschutzverein man denn wäre, wieso man sich Tierschutz schimpft, wenn man dann nicht bereit ist, zu helfen.

Selbst zu faul und zu bequem, aktiv was zu machen, aber andere blöd anpampen, die in Stoßzeiten nicht mal mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht vor lauter Arbeit.

“Die Tierheime und Vereine sind verpflichtet, Tiere aufzunehmen und können nicht sagen, sie sind voll oder sie hätten keine Kapazitäten frei. Wo gibt es denn sowas? Wenn ich schon sowas mache, dann muss ich auch dafür sorgen, dass ich alle Tiere aufnehmen kann, die gebracht werden. Und wenn man psychisch nicht in der Lage ist, sowas zu machen, dann muss man halt zum Arzt gehen und sich behandeln lassen oder man muss “den Tierschutz” halt ganz sein lassen”.

Das sind so Aussagen, die einem um die Ohren gehauen werden, wenn man ablehnen muss, ein Tier aufzunehmen, da man bis über beide Ohren voll belegt ist und nicht über seine Kapazitäten gehen kann, da die Arbeit ja auch noch zu bewältigen und auch Platz da sein muss.

Aber selber kommen die Melder mit den oben genannten Ausreden und noch weiteren, wieso SIE nichts machen können. Dafür gibt es ja schließlich “den Tierschutz“.

Liebe Leute, wundert euch nicht, wenn “der Tierschutz” irgendwann mal ausflippt und sich zurückzieht, dann kann jeder, der immer nur fordert und die Klappe aufreißt, seinen Mist alleine machen und wer auf der Strecke bleibt, das sind die Tiere.

Unvernunft, Uneinsichtigkeit und Ungeduld – das sind Stoffe, aus denen die fordernde Gesellschaft zu einem großen Teil besteht und die auch vor “dem Tierschutz” nicht halt machen.

Es wundert nicht, dass passionierte Tierschützer keinen Bock mehr auf Menschen haben und den Kontakt zu ihnen meiden, wenn sie es können.

Wenn alle, die die Hilfe von Tierschützern in Anspruch nehmen, mal etwas weniger fordern und stattdessen etwas mehr nachdenken und mitarbeiten würden, dann wäre das Metier um ein vielfaches einfacher und man könnte viel mehr bewirken.

Denkt mal darüber nach…

(Gelesen, für gut befunden, geklaut, leicht abgewandelt und aus tiefstem Herzen geteilt).
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