Noch mehr Welpen…. überregional

Am Samstag, den 11 Juli erreichte uns der Hilferuf einer Kollegin aus der Wesermarsch.

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Einer von 26 Welpen auf dem Hof.

Auf einem Hof sei eine Kastrationsaktion am Laufen. Elf circa zwei bis drei Wochen alte Welpen, die von ihren sehr scheuen Müttern versorgt werden, bräuchten in einigen Woche Platz in Pflegestellen. Ob wir vielleicht ein paar der Kleinen aufnehmen könnten?

Leider haben wir derzeit selber 19 Katzenkinder, teils im noch nicht vermittelbaren Alter, in unserer Obhut. Dem nicht genug, denn es sind noch sechs weitere, die wir einfangen müssen: Gut 90 Kilometer nördlich der Wesermarsch, auf der Insel Wangerooge, wurden diese beiden kleinen Geister alleine in einem ungeschützten Garten gesichtet, wo sie schon stundenlang rumlagen.

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Mutterseelen alleine.

Unsere dort lebenden und im Katzenschutz aktiven Freunde sind sofort mit Wärmedecke angerückt, die Tiere waren jedoch weg. Ein Welpe konnte inzwischen gesichert werden.

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Der erste Menschenkontakt.

Wiederum 90 Kilometer südwestlich von Oldenburg spielten sich richtige Dramen ab.

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Holly, wenige Tage alt.

Ela, die wir seit der Haustiermesse in Nordenham letztes Jahr nun auch endlich persönlich kennen, hatte als erfahrene Päpplerin ein einzelnes, von seiner Mutter verstoßenes Katzenkind aufgenommen: Holly – 1 Tag alt. Wenn die Mama schon nicht will, braucht so ein Winzling Geschwister, aber das klappte nicht. In dieser Situation hilft nur noch ein SnuggleKitty, welches allerdings viel zu lange Lieferzeiten hatte.

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DIE Snuggles.

SnuggleKitties sind Plüschtiere mit Platz für einen Wärmepad im Bauch und für ein kleines Herz, das dank Batterien puckert. Also für Minis in Not fast so gut wie die Mama. Wie gut, dass wir in Oldenburg noch ein nagelneues SnuggleKitty rumliegen hatten, welches dank DHL sogar schon am nächsten Tag bei Holly war und als Tausch-SnuggleKitty dienen kann. Kurzer Dienstweg. J

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Holly: SnugglePuppy geht auch.

Holly hat dennoch leider nur 4 Wochen leben dürfen. Sie starb am 13. Juli 2020.

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Holly: 02. – 13. Juli 2020.

Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende: Während es Holly zunächst gut ging wünschte sich Ela, noch „ein, zwei oder drei Kitten“. Tja, das ging flotter als gedacht in Form von drei Frühchen. Geboren in der Nacht zum 4. Juli 2020 von einer jungen Streunerin, die ihre Neugeborenen auf drei Meter verteilt hatte liegen lassen.

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1 Tag alt.

Auch diese Kleinen durften trotz guter Pflege nicht lange bleiben: Das erste Katzenkind starb nach einem Tag, der zweite nach zwei Tagen, der kleine Kater lebte nur fünf Tage.

In Kirchlinteln ist nun nur noch ein weiteres Katzenkind in Pflege: Der drei Wochen alte Tiger.

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Tiger.

Einzelfälle?

Die Welle der Katzenkinder erstreckt sich weit über den Nordwesten hinaus. Schauen wir beispielsweise ins rund 450 Kilometer südwestlich von Oldenburg gelegene Leipziger Umland.

Eine uns bisher nur virtuell bekannte und ohne Verein im Hintergrund arbeitende liebe Kollegin fragte per WhatsApp, ob wir noch KMR-Milch über hätten. Der erste Schwung von insgesamt sechs Welpen, die mit zwei Wochen angekommen waren, war schon aus dem Gröbsten raus, als der Tierarzt um Hilfe für drei Frühchen bat. Das kleinste nur 44 Gramm leicht! Abends gefunden und erst am folgenden Vormittag beim Tierarzt abgegeben. Eiskalt und unterversorgt. „Die Chancen stehen verdammt schlecht,“ sagte die WhatsApp aus Leipzig.

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44 Gramm – Du durftest nur zwei Tage leben.

An Aufzuchtmilch kommt man recht gut ran, nicht so an die Miracle Nipples. Das sind speziell für neugeborene kleine Säugetiere (Eichhörnchen, Katzen, Kaninchen etc.) entwickelte Sauger zur Flaschenfütterung. Diese Sauger sind der Geheimtipp unter den Päpplern und dementsprechend zur Hochsaison – JETZT! – ausverkauft. Oder auch nicht. Mit Glück konnten sechs Stück organisiert und nach Leipzig versendet werden.

Leider kamen sie zu spät. Die Kleinen haben nur zwei Tage überlebt.

Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass man immer noch pro Kastration argumentieren muss. Dass immer noch durch fehlende Kastrationen unnötig Leid produziert wird. Tierleid und auch Ohnmacht und Trauer bei den Pflegestellen, die alles geben so oft die Kleinsten verlieren. Wenn man dann noch in Tierschutz orientierten Facebook-Gruppen liest, dass man streunende Freigänger doch nicht sichern soll, da es sie traumatisiert (auch wenn das Tier weitab jeglicher Behausungen beim Müllfressen gesehen wird) und wenn dann noch solche Dummheiten kommen, das sich Hauskatzen ja auch mal bewusst entscheiden wegzulaufen um Streuner zu werden – dann kommt einem die Galle hoch! Aber richtig hoch.

Nachtrag vom 15. Juli:

11:10 Uhr – Es erreicht uns ein Hilferuf: Camper im Bereich Großenkneten haben ein Katzenkind gesichtet, welches seine Mutter sucht. Das Kleine rennt weg, wenn man sich ihm nähert. Wir werden gefragt wer helfen kann und eine Lebendfalle hat . Wir stellen umgehend den Kontakt zur Tierschutzgruppe Oldenburgerland e.V. raus, welche wir zusätzlich auch selber noch direkt kontaktieren.

15:20 Uhr – Die Finderin meldet: „”Habe ich probiert, kein WhatsApp. Aber für das Kitten gibt es keine Hilfe mehr, wurde heute Mittag von einem Hund (Dackel) hier auf dem Platz tot gebissen.“

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Für dich kam die Hilfe zu spät.

 

 

 

 

 

 

 

 

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