Kleines Wunder Mila

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Am 19.11.17 erfuhren wir über Facebook von einem Bauernhof in Ostfriesland, auf dem 14 Katzen, teilweise in einem sehr schlechten Zustand und alle unkastriert, lebten.

Unter diesen Katzen waren auch vier sehr junge Tiere, die es besonders schlimm getroffen hatte. Wir boten unsere Hilfe für die Kleinen an, sodass sie am 23.11. nach Oldenburg und sofort zum Tierarzt kamen. Dort machte sich das erste Ausmaß ihres Zustandes klar: verfloht, unterernährt, dehydriert, voller Milben, Würmer, Haarlinge und verschnupft.

Während drei der Kleinen zumindest ein wenig Futter zu sich nahmen, legte sich eine nur hin und wirkte apathisch, weswegen sie auf eine andere Pflegestelle umzog. Drei Tage später verstarb sie dort, für sie kam die Hilfe leider zu spät.

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Für die verbliebenen drei Katzen begann eine Odyssee zwischen Tierarzt und Pflegestelle und für uns eine Zeit voller Wut und Trauer. In den darauffolgenden zwei Wochen verstarben noch zwei weitere Katzen, sodass nur noch eine übrig war. Ein Röntgenbild einer der Verstorbenen zeigte, dass die Lunge komplett von Würmern zerfressen war. Es ist unvorstellbar, wie viel Leid die Kleinen in ihrem kurzen Leben erfahren mussten.

Mit der letzten überlebenden Katze, der Kämpferin, unserem kleinen Wunder Mila, ging es langsam bergauf. Am 17.12 konnte sie endlich in eine Pflegestelle ziehen, in der sie zur Ruhe kommen konnte. Zwar war sie noch sehr schwach und zeigte kein typisches Verhalten einer jungen Katze, doch wir hatten eine kleine Hoffnung, dass sie es schaffen könnte. Über Weihnachten kam noch die frohe Botschaft hinzu, dass sie ein tolles Zuhause in Aussicht hat, sobald sie mit dem Schlimmsten durch ist. Am 02.01 sollte sie daher beim Tierarzt noch einmal gründlich durchgecheckt werden. Doch da kam die nächste niederschmetternde Diagnose – Leukose. Für Mila bedeutet das, dass sie immer anfällig für Krankheiten sein wird, sie keinen ungesicherten Freigang haben darf, da sie eine Gefahr für ungeimpfte Katzen darstellt und dass ungewiss ist, wie lange sie mit der Krankheit leben kann, bis sie ausbricht. Es könnten Monate, ein oder mehrere Jahre sein.

Fest steht, dass sie wahrscheinlich nicht so alt wie eine gesunde Katze wird. Für uns bedeutete das, dass ihre Vermittlung schwer bis unmöglich werden wird, denn wer möchte schon eine kranke Katze aufnehmen? Doch wir haben uns getäuscht, denn die bereits vorhandene Interessentin ist nicht abgesprungen und war eher etwas geschockt, dass wir der Meinung waren, sie könnte es tun. Und so kam es, dass wir Mila am 13.01. in ihr neues Zuhause – und damit auch zurück nach Ostfriesland – bringen konnten.

Und auch, wenn wir und vor allem ihre letzte Pflegestelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Rückfahrt nach Oldenburg angetreten haben, so wissen wir, dass Mila wohl mehr Glück mit ihrem Zuhause gehabt hat, als sie sich gerade vorstellen kann und wir sind unendlich dankbar, dass es Leute gibt, die solche Tiere aufnehmen und ihnen ein Zuhause schenken. Ohne die Anstrengung, die Zeit, die Mühe und die Liebe, die die Pflegestellen und die Tierarztpraxis in dieses kleine Wesen gesteckt haben, wäre Mila wohl heute nicht mehr am Leben und wir könnten uns nicht an den Fotos und Videos aus ihren neuem Zuhause erfreuen. Für sie hat sich der Kampf gelohnt.

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