Inselkinder

Innerhalb von zwei Wochen erreichten uns Anrufe, dass auf der Insel Wangerooge muttlerlose Katzenkinder gefunden wurden.

Peddy, das kleine schwarze Katerkind, war ca. 8 Wochen alt als er aufgegriffen wurde. Er hatte sich im Westen der Insel mitten auf einen Fußweg gesetzt. Direkt vor Touristen mit drei großen Hunden. Sehr ungewöhnlich für eine wild geborene und ohne Menschenkontakt im Grüngürtel des westlichen Inselteils lebende Katze. Aber weniger ungewöhnlich für eine Katze, die dem Tod näher ist als dem Leben.

Peddy war stark unterernährt, dehydriert und auch deutlich unterkühlt als er am Festland ankam. Er wurde deshalb für vier Tage stationär beim Tierarzt untergebracht, wo er Infusionen erhielt und sich unter Rotlicht aufwämen konnte. Seine Chancen, die erste Nacht zu überleben lag bei 50:50……..

insel_sw_warm

Aufwärmen mit Wärmflasche und Decken bis zum Tierarztbesuch.

Umso erleichterter waren wir, als uns der Tierarzt am nächsten Tag mitteilte, dass der kleine Patient wohlauf sei und auch bereits fressen würde.

Einige Tage später zeigte sich allerdings, dass er einen eitrigen Abzess im Hinterbein hatte, welcher schon bis zum Lymphknoten gewandert war. Nun hieß es die Wunde zu spülen und zu desinfizieren.

Kaum war diese Baustelle behoben, fing der zarte Kater an erbärmlich zu husten – eine Folge von Verwurmung. Dem kleinen Kerl bleibt auch nichts erspart…..

insel_sw_futter

Aufbaufutter damit der Kleine zu Kräften kommt. Der Bauch ist noch dick von den Infusionen.

Vierzehn Tage nach Peddys Ankunft erreichte uns der nächste Hilferuf von der Insel: Ein ca. 9 Wochen altes Katzenkind war auf einen Baum geflüchtet. Nach dem Mähen eines Grünstreifens war es von Mutter und möglichen Geschwistern getrennt worden. Also fuhren wir erneut an die Küste und holten das zweite Inselkind ab.

insel_grau2

Gerade angekommen und noch skeptisch.

Der kleine Fritze befindet sich zum Glück in einem besseren Zustand als das schwarze Katzenkind. Er war ebenfalls unterkühlt und dünn, aber nicht lebensbedrohlich. Leider hat das neue Katerkind Giardien mitgebracht, welche Durchfall verursachen und leicht auf andere Katzen zu übertragen sind. Eine mehrfache Behandlung mit passenden Medikamenten und Kohlehydrat-freies Futter sind nun nötig.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die tierärztliche Versorgung der beiden zur Zeit auf rund 500.- Euro.

Update am 18.11.2015:

Fritzi ist immer noch nicht ganz von den Giardien befreit. Dafür schmust er schon mit Erika von der Pflegestelle. Die anderen Katzen beäugt er neugierig. Leider gibt es noch keinen richtigen Kontakt bis Fritzi nicht ganz gesund ist.

Peddy hat das Herz seiner Pflegestelle erobert und auch das von Bagger-Kind Onno, der im Mai gerettet wurde. Er darf nun bei seinem großen Spielkumpel bleiben und guckt sich alles von ihm ab.

kater

 

 

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