Ausgesetzt – mal anders!

9:oo Uhr, das Handy geht und meine Mutter ist dran. Ihr schlackern noch die Knie, sagt sie, weil vor ihren Augen gerade eine Katze aus einem Auto geschubst wurde. Unfassbar!

Das Tier ist kurz sitzen geblieben und dann in einen Kleingarten gerannt. Polizei ist bereits informiert. Ich muss warten, bis mein Arbeitstag endet ehe ich zu dem Kleingarten fahren kann, wo die Katze ausgesetzt wurde.

Gegen 18 Uhr komme ich am Kleingarten an. Im Auto alles, was man für eine Such- und Einfangaktion benötigt: Falle, Transportkörbe, Futter für die Falle, Taschenlampe, Fotoapparat etc. Das ganze könnte hier länger dauern, denn der Kleingarten liegt versteckt und ist für Katzen ein Paradies. Wie soll man hier ein Tier finden, das womöglich verstört irgendwo sitzt? Zudem ist bei diesem miesen Wetter auch keiner da, den man fragen könnte.

Doch – ich habe Glück! Gleich in der erste Parzelle werkelt ein Mann. Den winke ich mir ran, stelle mich vor und frage, ob er eine braune Katze gesehen hat, die hier morgens ausgesetzt wurde. Er grinst. Ja, da könne er mit was zu sagen. Was dann kommt, hätte ich mir beim besten Willen nie und nimmer denken können, denn: Diese Katze wird dort jeden Morgen rausgelassen und abends wieder abgeholt. Ja, richtig gelesen.

Die Vorgeschichte ist, dass das Tier auf dem Gelände als sehr junge Katze gefunden wurde. Der Kleingärtner hat sie damals aufgesammelt und bei sich im Häuschen untergebracht. Ein weiterer Kleingärtner hat sich dann des Tieres angenommen, sie beim Tierarzt vorgestellt und schließlich bei sich aufgenommen. Nun ist der junge Mann berufstätig und die Katze kennt das Garten-Revier. Daher fährt er jeden Morgen vor der Arbeit dort hin, lässt die Katze raus und holt die abends wieder ab. Über Tage vergnügt sich die Katze auf dem Gelände oder döst auch mal bei meinem Gesprächspartner.  “Die finden sich abends immer wieder,” sagt mir der Garten-Kumpel. Erstaunlich. Weil mir das aber irgendwie doch etwas zu abstrus vorkommt, frage ich nach dem Auto, das der Katzenhalter fährt. Er beschreibt den Wagen und nennt auch das von meiner Mutter beobachtete Kennzeichen. Dann ist ja alles gut.

 

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